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Stundensatz berechnen als Handwerker

Berechnen Sie Ihren Mindeststundensatz. Geben Sie Ihre monatlichen Fixkosten, Ihr Wunschgehalt und Ihre produktiven Stunden ein. Das Tool zeigt Ihnen den Netto- und Bruttosatz.

Ihre Daten eingeben

Miete, Versicherung, Fahrzeug, Werkzeug, Telefon, Buchhaltung

Ihr Zielgehalt vor Steuern und Sozialabgaben

Abzgl. Wochenenden, Feiertage, Urlaub, Krankheit (typisch: 200-220)

Reine Arbeitszeit, abzgl. Fahrt, Büro, Pausen (typisch: 5-6)

Für Rücklagen, Wachstum und unvorhergesehene Kosten (typisch: 10-20%)

Ihr Stundensatz

Netto (ohne USt)

78,41 €

Brutto (inkl. 19% USt)

93,31 €


Monatlicher Mindestumsatz8.625,00 €
Produktive Stunden/Monat110,00
Arbeitstage/Monat18,33

Warum die meisten Handwerker zu wenig verlangen

Die Rechnung ist schnell gemacht: Material plus meine Zeit, fertig. Viele Handwerker kalkulieren nach diesem Muster. Das Problem? Sie vergessen die Realität.

Fixkosten fallen ständig an, egal ob Sie gerade ein Projekt haben oder nicht. Werkzeug, Fahrzeugkosten, Versicherungen, Büromiete, Weiterbildung. Dazu kommen Krankheitstage und Urlaub – Zeiten, in denen Sie nicht arbeiten, aber Geld ausgeben.

Ein Malermeister, der 35 € pro Stunde nimmt, verdient oft weniger als sein Geselle. Das ist kein Einzelfall. Viele Betriebe rechnen unbewusst gegen sich selbst, weil sie ihre echten Kosten nicht kennen.

So berechnen Sie Ihren Stundensatz richtig

Die korrekte Formel:

(Fixkosten + Gewünschtes Gehalt + Gewinn) ÷ (Arbeitstage × Produktive Stunden pro Tag) = Stundensatz

Der kritische Punkt: produktive Stunden. Das sind nicht acht. Für die meisten Handwerker sind es fünf bis sechs Stunden pro Tag. Der Rest geht für Fahrtzeit, Büroarbeit, Angebote, Telefonate und Materialeinkauf drauf. Diese Tätigkeiten sind unverzichtbar, verdienen aber nicht direkt Geld.

Auch die Arbeitstage pro Jahr werden oft überschätzt. Wochenenden, Feiertage, Urlaub, Krankheit reduzieren Ihr Kontingent auf etwa 220 Tage. Manche rechnen konservativer mit 200 Tagen.

Rechenbeispiel: SHK-Betrieb mit einem Mitarbeiter

Monatliche Fixkosten: Firmenwagen (800 €), Werkzeug (300 €), Versicherungen (400 €), Büromiete (500 €), Telefon und Büromaterial (200 €), Verwaltung (300 €). Summe: 3.500 €.

Gewünschtes Gehalt brutto: 4.000 €. Gewinnaufschlag: 15%.

Rechnung: (3.500 + 4.000) × 1,15 = 8.625 €. Bei 220 Arbeitstagen und 6 produktiven Stunden pro Tag ergeben sich 110 Stunden pro Monat. Das ergibt 78,40 € pro Stunde (netto). Das ist nicht das, was Sie rechnen dürfen. Das ist das, was Sie mindestens rechnen müssen.

Typische Stundensätze nach Gewerk

Die folgenden Sätze sind Nettopreise (vor Mehrwertsteuer) und basieren auf aktuellen Marktdaten. Sie variieren stark nach Region.

Gewerk Stundensatz (netto) Hinweis
Elektriker 55–85 € München 70-85, ländlich 55-70
SHK 60–90 € Wärmepumpen oft höhere Sätze
Maler 40–65 € Restaurierungen erlauben 60+
Dachdecker 55–80 € Schiefer/Kupfer bis 100 €
Tischler 50–75 € Maßanfertigungen höher
Fliesenleger 45–70 € Naturstein bis 75 €
Kfz-Mechaniker 70–100 € Diagnostik und Spezialgeräte

Diese Spannen hängen von Ihrer Spezialisierung, Erfahrung, Ausstattung und Ihrem Standort ab. Wenn Sie deutlich darunter liegen, sollten Sie Ihre Kalkulation überprüfen.

Erstellen Sie jetzt Ihre erste Rechnung mit dem berechneten Stundensatz. 5 pro Monat kostenlos.

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Von der Stunde zur Rechnung

Sie kennen jetzt Ihren Stundensatz. Die nächste Frage: Wie setzen Sie ihn auf der Rechnung um?

Eine ordnungsgemäße Handwerkerrechnung trennt Arbeit und Material. Das ist wichtig wegen der §35a-Regelung. Ihre Kunden können die Arbeitskosten steuerlich geltend machen. Erwähnen Sie das in Ihren Angeboten. Es erhöht die Akzeptanz für höhere Stundensätze.

Seit 2025 müssen Sie elektronische Rechnungen empfangen können. Ab 2027/2028 müssen Sie sie auch versenden – in den Formaten XRechnung oder ZUGFeRD. Mehr dazu in unserem Leitfaden für Handwerker und im E-Rechnungspflicht-Zeitplan.

Für Ihren spezifischen Beruf gibt es Besonderheiten:

Häufige Fragen: Stundensatz berechnen

Wie berechnet man den Stundensatz als Handwerker?

Die Formel lautet: (Monatliche Fixkosten + Gewünschtes Gehalt) × (1 + Gewinnaufschlag) ÷ Produktive Stunden pro Monat. Produktive Stunden sind nicht gleich Arbeitsstunden. Fahrtzeit, Büroarbeit und Pausen zählen nicht. Typisch sind 5-6 produktive Stunden pro 8-Stunden-Tag.

Was sind produktive Stunden?

Produktive Stunden sind die Stunden, die Sie tatsächlich beim Kunden oder an einem Projekt arbeiten und abrechnen können. Fahrtzeit, Büroarbeit, Angebote schreiben, Telefonate und Materialeinkauf zählen nicht dazu. Die meisten Handwerker haben 5-6 produktive Stunden pro Tag.

Was ist ein normaler Stundensatz für Handwerker?

Das hängt vom Gewerk und Standort ab. Orientierungswerte (netto): Elektriker 55-85 EUR, SHK 60-90 EUR, Maler 40-65 EUR, Dachdecker 55-80 EUR, Tischler 50-75 EUR, Fliesenleger 45-70 EUR, Kfz-Mechaniker 70-100 EUR. In Großstädten sind die Sätze höher.

Muss ich als Kleinunternehmer Umsatzsteuer aufschlagen?

Nein. Wenn Sie Kleinunternehmer nach §19 UStG sind, weisen Sie keine Umsatzsteuer aus. Ihr Nettosatz ist gleichzeitig Ihr Endsatz. Beachten Sie: Seit 2025 gelten die neuen Grenzen von 25.000 EUR Vorjahresumsatz und 100.000 EUR laufender Umsatz.

Ist der Stundensatzrechner kostenlos?

Ja, komplett kostenlos und ohne Anmeldung. Alle Berechnungen laufen lokal in Ihrem Browser. Es werden keine Daten an einen Server gesendet.

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